Historie und Entstehung der Brunnberghexen
Die Geschichte der Reichentaler Brunnberghexen begann eigentlich schon lange vor der offiziellen Vereinsgründung. Die Idee, in Reichental eine eigene Holzmaskengruppe ins Leben zu rufen, bestand bereits seit vielen Jahren. Mitte des Jahres 2005 wurden schließlich die ersten konkreten Schritte unternommen. Es fanden die ersten Vorbesprechungen zur Gestaltung von Maske und Häs statt und gleichzeitig begann die Suche nach weiteren Mitgliedern. Im Dezember 2005 war es dann soweit: Die Reichentaler Brunnberghexen wurden gegründet.
Doch warum sollten es ausgerechnet Hexen werden? Die Antwort darauf ist eigentlich ganz einfach: Hexen mit Holzmasken gab es im Murgtal nur selten. Ursprünglich hatten wir deshalb zunächst eine imposante Männergestalt als Maskenfigur ins Auge gefasst. Da es in der näheren Umgebung jedoch bereits mehrere Holzmasken dieser Art gab, entschieden wir uns schließlich dafür, diese Idee zugunsten einer Hexenfigur wieder aufzugeben.
Bei der Gründung waren zwei Familien mit insgesamt sechs Erwachsenen und zwei Kindern dabei. Von Anfang an stand für uns deshalb eines besonders im Mittelpunkt: Wir wollen Spaß mit der ganzen Familie haben. Dieser Gedanke ist bis heute ein wichtiger Bestandteil unseres Vereinslebens.
Dabei bedeutet Fasnacht für uns natürlich auch Geselligkeit und gemeinsames Feiern. Uns geht es jedoch nicht darum, an den närrischen Tagen betrunken in der Gegend herumzustürzen. Alkohol ist bei uns deshalb keineswegs verboten – aber wie so oft gilt auch hier: In Maßen ist es okay.
Auch unser Vereinsname hat eine ganz persönliche Geschichte. Die Reichentaler Brunnberghexen haben ihren Namen dem nahe gelegenen Brunnberg zu verdanken. Dort hatten wir vor vielen Jahren unser Brennholz gelagert, bevor es kleingesägt und im Keller eingelagert wurde. Als wir eines Samstags mal wieder zum Holzsägen gehen sollten und keiner von uns so richtig Lust dazu hatte, äußerte mein leicht entnervter Vater seinen Unmut mit den Worten: „Dann könnt ihr euch im Winter den A…. am Brunnberg wärmen!“ Dieser Spruch ist uns bis heute in lustiger Erinnerung geblieben und wurde schließlich zur Vorlage für unseren Vereinsnamen.
Auch bei der Gestaltung unserer Hexenmaske steckt viel gemeinsame Arbeit und Überlegung dahinter. Gemeinsam mit unserem Holzmaskenschnitzer Rudi Bannwarth besprachen und entwickelten wir unsere Vorstellungen. Auf Grundlage unserer Ideen und seiner langjährigen Erfahrung fertigte er schließlich einen ersten Entwurf. Daraus entstand die Maske, die unsere Hexen bis heute unverwechselbar macht.
Parallel dazu wurde auch die Gestaltung unseres Häs in der Gruppe entwickelt. Die Farbkombination aus Blau, Orange und dem Blumenmuster stand dabei schon früh fest. Von Anfang an war uns wichtig, dass unser Häs etwas ganz Eigenes und Persönliches bleibt. Deshalb werden bis heute alle Häs von unseren Mitgliedern selbst genäht.
Seit April 2007 sind die Reichentaler Brunnberghexen schließlich auch ein eingetragener Verein. Was einst mit einer Idee und einer kleinen Gruppe von Familien begann, ist so zu einer festen Gemeinschaft geworden, die ihre Freude an der Fasnacht, an der Geselligkeit und vor allem am gemeinsamen Miteinander bis heute lebt.